Der Dachverband der Schweizer Wirtschaft Economiesuisse bekennt sich proaktiv zum EU-Rahmenabkommen. Damit setzt er sich immer mehr nur einseitig für die Belange der internationalen Grosskonzerne ein. Dabei bleiben die in der Schweiz ansässigen Familienunternehmen und KMUs auf der Strecke. Es sind aber genau diese Unternehmen, die um ihre Existenz bangen müssen, wenn das Rahmenabkommen unterschrieben wird.

Economiesuisse ist für das EU-Rahmenabkommen
Warum sind die Verbandsfunktionäre von Economiesuisse für das Rahmenabkommen? Aus Unternehmerkreisen ist zu hören, dass Economiesuisse in dieser Frage einseitig von internationalen Grossunternehmen geprägt wird. Diese haben oft sehr kurzfristige und partikulare Interessen. Sie sind von Quartalszahlen, volatilen Börsenkursen und Aktien-Ausschüttungen getrieben. Zudem werden diese Firmen von Managern geführt, die oft wenig bis keinen Bezug zur Schweiz haben, geschweige denn die demokratische Kultur und die föderalistischen Werte in unserem Land kennen.

Unternehmer vs. Manager
Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind jedoch unsere KMU. Diese Schweizer Unternehmer und Gewerbler denken eher langfristig und umsichtig. Insbesondere typische Familienunternehmen denken in Generationen und handeln daher auch zukunftsorientiert. Darum ist es nicht verwunderlich, dass gerade Familienunternehmer und Gewerbekreise sehr kritisch gegenüber dem Rahmenabkommen sind. Sie sehen die Gefahren, die ein solcher Vertrag mit sich bringt: z.B. mehr Bürokratie und Regulierungen, höhere Staatsaugaben und Steuern, Rechtsunsicherheit, weniger Stabilität, weniger soziopolitische Balance. Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die direktdemokratischen und sozialpartnerschaftlichen Instrumente sind vom Vertrag betroffen. Unsere direkte Demokratie ist so oder so ein Dorn im Auge vieler global vernetzter Grossunternehmen. Für ihre Geschäftspolitik sind zentrale politische Entscheidungsinstanzen wie in Brüssel viel angenehmer. Wenige Kontaktstellen und zentralistische Macht- und Entscheidungskompetenzen sind viel effektiver zu beeinflussen. Das alles bietet Brüssel. Volksabstimmungen und dezentrale Strukturen sind viel weniger gut mit Lobbying lenkbar und für Manager daher unberechenbar.

Kurzfristige Interessen
Im Gegensatz zum klassischen Unternehmer sind die Entscheidungsträger in Grosskonzernen Manager. Es zählen kurzfristig die Resultate und Gewinne.
Zu dieser monetär-orientierten Arbeitsweise hat ein klassischer KMU-Unternehmer eine ganz andere Motivation. Der Unternehmer hat meist eine Firma aus eigener Kraft aufgebaut, finanziert und ist mit der Firma und seinen Mitarbeitern und auch dem lokalen und regionalen Umfeld eng verbunden. Eine langfristige Denkweise ist hier vorhanden. Die kurzfristigen Interessen wie Boni und Dividenden sind zweitrangig. Das Wohl der Belegschaft und der Firma steht an erster Stelle. Unternehmer sind auch Risikonehmer und meist auch mit Miliztätigkeit in der Politik und Gesellschaft engagiert.

Rahmenabkommen schwächt CH-Wirtschaft
Schweizer Unternehmer beurteilen das Rahmenabkommen kritisch bis ablehnend. Sie kommen zum Schluss, dass der Vertrag mittel- bis langfristig unsere Standortvorteile zerstört. Unsere direkte Demokratie, soziale und wirtschaftliche Stabilität, unsere Verlässlichkeit und Sicherheit, sowie unsere globale Ausrichtung wird durch dieses Abkommen aufs Gröbste eingeschränkt. Unsere Schweizer Qualitätswerte, die mühsam aufgebaut wurden, lassen wir uns nicht von kurzfristig, gewinnorientierten und oft ausländischen Managern zerstören.

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Kommentare

  1. Bei den letzten Wahlen mussten die Verbände Federn lassen, Möglicherweise ein Schuss vor den Bug. Gefordert ist wohl eine politische Grundhaltung, die sich mehr um den Schutz des Werkplatzes Schweiz kümmert

  2. Das oben Geschriebene tönt absolut gut und ist ausserordentlich wichtig für das Bestehen der Schweiz. Nur scheint es mindestens eine Ausnahme gegen die Schweiz zu geben, was ich hier im „EU-No!“ schon geschrieben habe. Trotzdem muss ich mich wiederholen:
    Economiesuisse, als absoluter EU-Fan, will offensichtlich aus reinem Eigennutz die Schweiz in die Hände der EU ausliefern. In- und ausländische oberste Vertreter der Grossfirmen muss man in dieser Hinsicht als reine Landesverräter bezichtigen.
    Nun das Erstaunliche: Die hochangesehene „Ems-Werke“, ein Familienunternehmen, wird von Frau Martullo-Blocher geleitet. Die Ems-Aktien bereiten mir viel Freude.
    Ich frage mich nun, weshalb Frau Martullo im Vorstand der Economiesuisse ist. Zudem hat sie bei der Frage Rahmenabkommen Ja oder Nein sich der Stimme enthalten. Wäre da nicht ein absolutes NEIN richtig gewesen? Ihr Papi Blocher wäre bestimmt glücklicher gewesen.

  3. Economiesuisse ist offeensicjhtlicjh ein Ableger der OECD geworden, der die Schweiz schon immereine missliebige Nation war und ist; freiheitlich slebstàndige Staatswesen passen nicht zum angestrebten Zentrtalstaat.

  4. Wer hat das Sagen bei Economiesuisse?
    Nur noch 17,8% des Schweizer Aktienmarktes sind in den Händen von heimischen institutionellen Investoren (SIX 30)“ NZZ ld.1519. Zum Beispiel die Interessen der Credit Suisse AG sind direkt oder indirekt durch personelles Verquickungen, durch Beteiligungen, durch Mitgliedschafften in Gremien sind in dem Economiesuisse Vorstand 14-mal verträten obwohl der Eigentum (90,5%) und der Verwaltungsrat (72%) Ausländisch ist. Sie beeinflussen unsere Nationale Politik immens. Laut Präsident Karrer „ Barriere und Hindernisse müssen beseitigt werden“ Das sind nichts anders als demokratisch legitimierte Gesetze, schluss endlich nicht weniger als unserer Demokratie und Souveränität. Es wäre Zeit endlich auszusprechen das Welthandel ist gut nach der WTO Gesetze und Globalisation nach neoliberalistische Gesetze ist gut für die hiesige uns nicht gehörige Konzerne und Vernichtend für unserer Gesellschafft als Souveräne Schweiz.

    CS Einfluss;
    1. Präsident des Verwaltungsrats, Credit Suisse Group AG, Zürich, Urs Rohner, direkt
    2. Urs Rohner Vizepräsident SwissBanking Schweizerische Bankiervereinigung, direkt
    3. Urs Rohner Präsidentin, Handelskammer beider Basel HKBB, direkt
    4. SwissBanking Schweizerische Bankiervereinigung
    5. Swiss Life Holding
    6. ICTswitzerland
    7. UBS Switzerland AG, Zürich
    8. Swiss Re
    9. Banque Lombard Odier Cie SA, Genf
    10. Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, St. Gallen
    11. Elisabeth Schneider-Schneiter
    12. Isabel Moret
    13. Handelskammer Zürich
    14 Handelskammer Bern
    15. Präsidentin, Handelskammer beider Basel HKBB, Basel

    CS-VR: 2xSchweizer, 2xDoppelbürger,9xAusländer.

  5. Tja, das ist wohl so. Über die Konzerne und deren CEO’s wie durch J. Bello sehr aufschlussreich dargestellt, werden unsere Verbände unterwandert. Flankiert wird das Ganze durch Doppelbürger oder noch schlimmer durch Schweizer in führenden Positionen. Diesen (Schweizer) Managern geht es jedoch nur um deren privates Einkommen. Weder das nachhaltige bewirtschaften des Unternehmens noch das Interesse an der Schweiz treibt diese Gangster und Bonus jagenden charakterlosen Lumpen (Landesverräter). Soweit die kapitalistische Seite der EU-Turbos. Die sozialistischen Internationalisten anderseits sind entweder für die Verbreitung derer fundamentalistischer Ideologie und/oder zu deren persönlicher Bereicherung unterwegs.
    Mit der ganzen Steuerung über den Staat und dessen Beamten, den gelenkten Medien, etc. wird es immer schwieriger sich gegen die Zwängerei der EU-Turbos zu stemmen. Das Sprichwort gilt, man folge dem Geld. Ehre gibt es leider nicht. Und dann gibt es auch noch den sehr grossen Druck auf den Einzelnen, dass er bei einem „Outen“ von dessen Überzeugung mit Repressalien zu rechnen hat. Wie an dieser Stelle bereits vermerkt, ist die Schweiz theoretisch eine Demokratie. Faktisch jedoch sind wir eine sehr subtil geführte Diktatur der vorangehend umschriebenen Gruppen. Links oder rechts an den beiden Enden sind beide Gruppen von sehr egoistischen Zielen getrieben und nicht darauf fokussiert, das Beste für die Schweiz zu wollen. Wie soll man dieses Verständnis an die breite Masse transportieren?

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