Ueli Giezendanner warnt vor Lockerung des Kabotageverbots im EU-Rahmenvertrag

Schweizer Speditionsfirmen stellen immer häufiger Chauffeure aus Osteuropa an, die für weniger Geld arbeiten. Auch SVP-Nationalrat und Fuhrhalter Ulrich Giezendanner setzt für internationale Transporte hauptsächlich ausländische Fahrer ein.

Ein Artikel aus der Aargauer Zeitung (4. Juni 2018)

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Schweizer Transportfirmen stellen immer häufiger ausländische Fahrer ein. Das bestätigt Markus Odermatt, Präsident des Chauffeurverbands Les Routiers Suisses. Es gebe solche, die Dumping-Löhne zahlen, um so Geld zu sparen. Dadurch seien die Arbeitsplätze von rund 80'000 Schweizer Chauffeuren gefährdet: «Ausländische Arbeitnehmer können für den Bruchteil eines Schweizer Lohns arbeiten.»

Chauffeure aus Osteuropa

Diese Chauffeure kommen gemäss «TeleM1» meist aus Osteuropa. Sie verdienen bis zu 85 Prozent weniger Lohn.

Der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner, seit Jahrzehnten Fuhrhalter in Rothrist, beschäftigt zwar rund siebzig ausländische Chauffeure. Der 64-Jährige versichert gegenüber «TeleM1» allerdings, keine Dumping-Löhne an ausländische Chauffeure zu zahlen: «Da wir vom Kanton kontrolliert werden und unsere Lohnauszahlungen deklarieren müssen, ist das gar nicht möglich.»

Die ausländischen Chauffeure in seinem Unternehmen verdienen laut seinen Angaben aber deutlich mehr, nämlich zwischen 3500 und 4000 Franken. Und sie sind für internationale Transporte zuständig. Dafür würden sich fast keine Schweizer mehr finden.

Kabotageverbot in Gefahr

Eine wichtige Rolle für den Schutz von Schweizer Chauffeuren spielt das Kabotageverbot. Dieses verbietet ausländischen Speditionsfirmen Transporte innerhalb der Schweiz. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen um ein Rahmenabkommen mit der EU könnte jedoch eine Lockerung dieses Verbots ein Thema werden.

Dies hätte laut SVP-Nationalrat Giezendanner verheerende Folgen für die Schweizer Transportbranche. Denn dann kämen vor allem bulgarische und rumänische Chauffeure in die Schweiz: «Für das Land wäre das eine grosse Katastrophe. Es gäbe eine Überflutung von Lastwagen.»

«Routiers Suisses» will sich gegen eine Lockerung des Verbots wehren. Innert Kürze wären rund 30'000 Chauffeure und nochmals die gleiche Zahl Arbeitnehmer in Logistik und anderen nahen Branchen arbeitslos, wie es in einer am Samstag, 2. Juni 2018 veröffentlichten Mitteilung des Chauffeurenverbandes heisst. (cki)

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